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Kein Gas mehr aus Russland?

Heut beginne die jährlichen technischen Wartungsarbeiten von Nord Stream 1, durch diese fließt für zehn tage kein Gas durch die Pipeline, doch die große Frage ist: Dreht Russland den Gashahn danach wieder auf?

Warum wurde Nord Stream 1 abgeschalten?

Aufgrund von regulären technischen Wartungsarbeiten der Ostsee – Pipeline, wurde diese heute Morgen abgeschalten, die Sprecherin der Nord Stream AG in der Schweiz teilte dies mit. Automatische Systeme sowie mechanische Teile werden laut Unternehmen überprüft. Das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin bestätigte, dass die Pipeline Nord Stream 1 abgeschaltet sei, für den Ankunftspunkt in Lubmin an der Ostseeküste gelte dies auch. „Damit fließt kein Gas mehr“. Lieferungen seien für den Markt nicht mehr veranschlagt. Seit sechs Uhr zeigt die Betreiber – Webseite für die Buchungen den Wert von null Kilowattstunden an. Die Wartungsarbeiten sollen wohl bis zum 21. Juli andauern, also genau zehn Tage, in denen die wichtigste Verbindung für russisches Erdgas nach Deutschland lahm gelegt ist. Allerdings ist die Sorge groß, dass Russland den Gashahn nach Abschluss der bestehenden Wartungsarbeiten nicht mehr aufdrehen würde. Diese Bedenken äußerte auch der Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).

Wichtige Turbine soll von Kanada nach Deutschland geliefert werden

Bereits im Juni wurde die Liefermenge, durch die 1.200 Kilometer lange Ostsee – Pipeline von Russland nach Mecklenburg-Vorpommern, durch das russische Staatsunternehmen Gazprom gedrosselt. Begründet wurde das auch mit dem Fehlen einer Turbine von Siemens Energy, welche wegen Sanktionen nicht mehr aus Montréal nach Russland geliefert werden konnten. Mittlerweile hat Russland aber angekündigt, dass die Lieferung der gewarteten Turbine aus Montréal nach Russland trotz der Sanktionen ermöglicht werden solle. Siemens Canada wird dafür „eine zeitlich begrenzte und widerrufbare Erlaubnis“ von Kanada erhalten, sagte Jonathan Wilkinson, der für Bodenschätze zuständige Minister. Die Lieferung soll zunächst nach Deutschland und danach nach Russland passieren.

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