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Lerndefizite durch Corona-Krise erhöht

Bernd Fitzenberger, Arbeitsmarkt-Forscher, äußerte sich in einem Interview des NDR besorgt gegenüber den stattgefundenen Pandemie-Einschränkungen. Laut ihm weisen Jugendliche Lerndefizite auf und leiden an mentalen Belastungen. Dies hat viele Folgen für die Berufswahl der jungen Menschen. In dieser Befragung warnt er vor zu geringer Entscheidungsfähigkeit der Jugendlichen im späteren Leben. Aus dem Interview lässt sich wie folgt zitieren: „Als Konsequenz würden viele junge Leute sich erst einmal für eine längere Pause entscheiden.“

Umfang der Lernrückstände

Aus einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach, welche im Auftrag der Deutschen Telekom Stiftung handelte, geht hervor, dass mehr als 25% der 10 bis 16 Jährigen sich selbst sehr große Lernrückstände durch die Corona-Krise zugestehen. Des weiteren gehen mehr als 50% der befragten Jugendlichen davon aus, dass diese im Vergleich zu Schülerinnen und Schülern der Jahre zuvor „etwas“ im Verzug seien. Dies ist für viele der Jugendlichen eine zusätzliche Belastung, grade im Hinblick auf anstehende Prüfungen sowie auf die Berufswahl im späteren leben. 27% antworten auf die Frage, wie groß die Lernrückstände sind, mit einer erschreckenden Antwort, denn diese Jugendlichen sind der Meinung, dass sie einen „deutlichen“ Rückstand haben. Auch die Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer sehen das ähnlich. Diese sind sich größtenteils einig, dass viele Lernrückstände durch die Beschränkungen der Corona-Pandemie zustande gekommen sind.

Corona-Aufholprogramm gefordert

Dr. Thomas de Maizière, Vorsitzender der Telekom-Stiftung, ist der Meinung, dass die Corona Pandemie das Ungleichgewicht zwischen den besser und den schlechter lernenden Schülern zu ungunsten der Schwächeren verstärkt hat. Er unterstützt die Idee, dass ein Angebot geschaffen werden muss, mit dem Kinder und Jugendliche die Möglichkeit haben ihre Defizite aufzuholen. Gerade der Standpunkt der betroffenen Eltern der Schülerinnen und Schüler ist, dass vor allem die Schulen der Aufgabe nachkommen müssen und Unterstützungsangebote bereitstellen sollen. 76% der Befragten zum ifo Bildungsbarometer sind der Ansicht, dass es staatlich finanzierte Nachhilfeprogramme geben soll, diese müssen sich vor allem an die benachteiligten Gruppen richten. Das „Aktionsprogramm Aufholen nach Corona„, welches im Frühjahr 2021 durch das Bundesministerium auf den Weg gebracht wurde, ist ein Förderprogramm, welches bundesweit zugänglich ist. Dieses soll dabei unterstützen, die zustande gekommenen Lernrückstände aufzuholen und die sozialen Folgen der Pandemie auszugleichen.

Wie viel Budget steht für das Aufholprogramm zur Verfügung?

Die Kapazität für das Corona-Aufholprogramm umfasst insgesamt zwei Milliarden Euro. Dadurch, dass so viele junge Menschen Leistungsrückstände haben, steht die Hälfte davon für Fördermaßnahmen bereit. Eine weitere Folge der Pandemie ist die psychische Belastung. Um Menschen mit diesen Folgen zu Unterstützen, fließt die zweite Milliarde Euro in soziale Maßnahmen. Es soll vor allem in die Aufstockung von bestehenden Programmen der frühkindlichen Bildung, in die Schulsozialarbeit und in den Freizeitbereich fließen.

Bild von Jan Vašek auf Pixabay