Technik

Scharfe Kritik an Apples Siri durch Whistleblower

Der Name Thomas le Bonniec ist vielen Leuten bereits seit letztem Jahr bekannt. Zu diesem Zeitpunkt erhob er erstmals schwere Vorwürfe gegen Apple Inc. Der frühere Mitarbeiter des Subunternehmens „Globe Technical Services“ und Whistleblower brachte nunmehr weitere pikante Details auf den Tisch. Vor allem übt er Kritik an dem Sprachassistenten Siri.

Damals noch anonym wies er gegenüber „The Guardian“ auf beunruhigende Missachtungen in Bezug auf die Privatsphäre von Apple-Nutzern hin. Um Siri auf ihre Qualität zu kontrollieren, prüfen Mitarbeiter des Unternehmens kleine Ausschnitte aus den Sprachaufnahmen. Apple sagt dazu, dieses Vorgehen sei notwendig, damit Siri das, was man zu ihr sagt, besser erkennt und versteht. Gleichzeitig weist der Konzern darauf hin, dass eine anonyme Auswertung der Aufnahmen erfolgt. Sämtliche Mitarbeiter unterliegen strikten Diskretionsauflagen.

Von Arztgesprächen bis sexuellen Handlungen waren Ausschnitte hörbar

Laut le Bonniec reagiert Siri äußerst sensibel, was zu einer häufigen Aktivierung führt – unbemerkt vom User. So besteht die Möglichkeit, dass die Privatsphäre der Nutzer verletzt wird, indem private, intime Momente aufgezeichnet werden. Der Whistleblower gibt an, beispielsweise Gespräche zwischen Patienten und Ärzten, Business-Abmachungen, mögliche kriminelle Machenschaften sowie Sexthemen mitgehört zu haben. Die betreffenden Personen waren sich diesem Umstand nicht bewusst.

Die seiner Meinung nach drastische Übertretung der privaten Rechte nahm Thomas le Bonniec zum Anlass, sich auf schriftlichem Weg an die europäischen Datenschutzbehörden zu wenden. Er vertritt entschieden die Ansicht, dass gegen den Großkonzern vorgegangen werden muss. Ein Satz seines Schreibens lautet: „Es ist besorgniserregend, dass Apple (und zweifellos nicht nur Apple) weiterhin Grundrechte ignoriert und verletzt und die massive Datensammlung fortsetzt.“

Bild: Pixabay.com © stevepb CCO Public Domain