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Inflationsrate der Türkei steigt auf fast 79%

In die Türkei importierte Güter werden verteuert, weil die Landeswährung Lira für einen enormen Preisauftrieb sorgt. Des weiteren steigen die Preise der Rohstoffe, vor allem, wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine an. Folgend steigt die Inflationsrate der Türkei auf einen Extremwert von fast 79% an.

Wie handelt die Regierung?

Die türkische Regierung hat viele Maßnahmen für die Eindämmung der sehr hohen Teuerungsrate angekündigt. Das Finanzministerium in Ankara erklärte: „Der Kampf gegen die Inflation bleibt oberste Priorität“. Es ist also offensichtlich, dass die Koordinierung von Maßnahmen zwischen den verschiedenen staatlichen Institutionen von großer Bedeutung ist. Das Sparen von Lira-Vermögenswerten soll durch Ausgaben inländischer Anleihen, die an die Einnahmen staatlicher Unternehmen gekoppelt sind, gefördert werden. Außerdem wird die Rücklagenquote für Lira-Bankkredite von zehn auf zwanzig Prozent, durch die Zentralbank, erhöht. Um das Wachstum der Geldmengen zu reduzieren, zielt auch die Ankündigung, die Laufzeiten von Konsumkrediten zu beschränken. Dies ist außerdem angedacht, um den derzeit bestehenden hyperinflationären Tendenzen Einhalt zu gebieten.

Offizielle Inflation zuletzt bei 78,9%

Die Verbraucherpreise in der Türkei sind so starkt gestiegen, sodass Waren und Dienstleistungen am Anfang des Monats Juli durchschnittlich 78,9% mehr als ein Jahr zuvor kosten. Man kann davon ausgehen, dass staatliche Unternehmen höhere Preise ansetzen, somit werden die Einnahmen dieser Unternehmen erheblich gestiegen sein. Solang die Inflation auf diesem hohem Niveau beständig bleibt, werden die Einnahmen der staatlichen Unternehmen weiterhin ansteigen.

Erdogan will mit niedrigen Zinsen die Konjunktur anschieben

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, ein Zinsfeind, so wie er sich selbst bezeichnet, will mit niedrigen Zinsen die Konjunktur anschieben. Bisher hat die Notenbank der Linie von Erdogan gefolgt und hat auf eine Erhöhung der Zinsen verzichtet. Der Leitzins der Notenbank liegt seit Januar bei 14%. Dies hat erhebliche Nebenwirkungen, denn die türkische Lira wird somit für Anleger sehr unattraktiv. Außerdem werden durch den Kursverfall die Importe deutlich teurer. 2021 verlor die Lira gegenüber dem Dollar um 44%. In diesem Jahr ist er bereits um mehr als 21% gefallen.

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