Politik

Flüchtlingslager Al-Hol entwickelt sich zur Terror-Schule

Nachdem die syrische IS-Hochburg Baghus erobert wurde, begann die Errichtung eines Flüchtlingslagers für ehemalige Mitglieder der Terrormiliz. Die IS-Ideologie scheint in diesem Lager allerdings weiter zu keimen: Von Seiten der Bundesregierung wird befürchtet, dass dort vor allem Kinder und Jugendliche zu IS-Kämpfern herangezogen werden.

Hoher Radikalisierungsgrad von Minderjährigen

Laut Angaben der Bundesregierung hat sich das syrische Flüchtlingslager Al-Hol regelrecht zu einer Terror-Schule entwickelt. Vor allem ausländische IS-Anhängerinnen unterrichten dort die Kinder in schulähnlichen Verhältnissen.

Der Deutschen Presse-Agentur liegt ein Dokument vor, in dem es heißt, dass der Radikalisierungsgrad von Kindern und Jugendlichen in Al-Hol besonders hoch sein. Sowohl verbale als auch tätliche Gewaltausbrüche sollen vor Ort zunehmen. Die IS-Führung selbst bezeichnet die radikalisierten Minderjährigen als „nächste Generation“.

Die Situation vor Ort verschlimmert sich

Bei Al-Hol handelt es sich um ein überfülltes Flüchtlingslager im Nordosten Syriens – einer von Kurden kontrollierten Region. Zur allgemeinen Situation des im März 2019 entstandenen Lagers berichtet die Bundesregierung unter Berufung auf Presseberichte: „Tätliche Übergriffe von IS-Angehörigen werden gewalttätiger und enden häufiger in Tötungen als in 2019.“ Aufgrund der schlechten Versorgungslage macht sich unter den Flüchtlingen zudem vermehrt große Unzufriedenheit breit, die Nährboden für weitere Ausschreitungen bietet. Bereits ca. 80 Prozent der Frauen, die von Baghus nach Al-Hol kamen, sollen sich der „IS-Sittenpolizei“ angeschlossen haben.

Die Bundesregierung stellte weiter fest: „Mit der Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit und Ordnung sind Sicherheitskräfte in manchen Einrichtungen in Nordsyrien überfordert“. Die Linken-Politikerin Ulla Jelpke fordert nun: „Die Bundesregierung muss wenigstens die Kinder von aus Deutschland stammenden IS-Dschihadisten zusammen mit ihren Müttern übernehmen“. Das sei der einzige Weg, um sowohl eine humanitäre Katastrophe als auch eine neue Generation von IS-Terroristen zu verhindern.

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